Why don't you just die

Why don't you just die!

Komödie

Russland 2018 Rus/d 100min

 

Andrei, Polizist und der schlechte Vater der Welt, versammelt in seiner Wohnung eine furchtbare Gruppe von Menschen: seine missgünstige Schauspieler-Tochter, einen wütenden Verbrecher und einen betrogenen Cop. Und jeder der vier hat einen Grund, Rache an den anderen nehmen zu wollen.

Mit einem Lächeln steht Matvey (Aleksandr Kuznetsov) vor der Wohnungstür. Mit einem Lächeln und einem Hammer. Reparieren will er damit nichts. Im Gegenteil: Sein Ziel ist es, Andrey (Vitaliy Khaev) zu töten, der dort wohnt, schliesslich hat dessen Tochter Olya (Evgeniya Kregzhde) ihn darum gebeten. Und was macht man nicht alles aus Liebe? Die Sache hat nur einen Haken: Andrey ist Polizist und deshalb kein ganz leichtes Opfer. Was als harmloses Kaffeeplausch beginnt, wird so schnell zu einem Kampf um Leben und Tod, der immer grössere Kreise zieht.

Ah, und schon wieder ein Film, der uns aufzeigt, wie furchtbar das Leben in Russland sein muss. Davon hat es in den letzten Jahren eine ganze Menge gegeben, von Loveless über Arrhythmia bis zu Ayka. Sie alle zeigten eine Gesellschaft auf, in der jeder nur noch an sich denkt, Gesetze weniger zählen als Geld, Menschlichkeit eher ein Manko als eine Tugend ist. Grundsätzlich ist das in Why Don’t You Just Die! ganz ähnlich: Je länger der Film andauert, umso mehr Abgründe werden hier offenbart. Der grosse Unterschied ist jedoch, dass Regisseur und Drehbuchautor Kirill Sokolov die Sache mit viel Humor nimmt.

Vergleiche mit Kollegen wie obiger Werke wird der Filmemacher daher wohl eher weniger mitnehmen. Manch einer wird wohl eher den mit Quentin Tarantino und dessen diversen Copycats bemühen. Gemeinsam ist ihnen nicht nur der Sinn für schwarzen Humor und coole Typen. Auch der Hang zur übertriebenen Gewalt rückt Why Don’t You Just Die! in eine ähnliche Richtung. Wobei es Sokolov hier durchaus noch ein wenig absurder mag als der berühmte Hollywood-Regisseur. Wenn Matvey und Andrey einen Kampf auf Leben und Tod starten, dann sieht das eher nach einer Folge von Tom und Jerry aus. Oder auch Itchy & Scratchy, wenn man sich selbst mit einem robusteren Magen des Öfteren lieber die Augen zuhält angesichts der diversen Grausamkeiten.

Mit genüsslichem Torture Porn à la Saw hat das jedoch weniger zu tun. Vielmehr ist Why Don’t You Just Die! im Grunde ein Duell, das auf anderthalb Stunden ausgedehnt ist, ähnlich wie in Free Fire, ein ebenfalls mit Humor angereicherter Thriller, der aus einem einzigen wendungsreichen Endkampf besteht. Hier ist es jedoch keine Lagerhalle, die zum Schauplatz wird. An deren Stelle rückt die recht kleine Wohnung des Polizisten Andrey, die wir so gut wie nie verlassen. Mehr noch, das Hauptgeschehen beschränkt sich auf das Wohnzimmer, mit kleinen Schwenkern zum anschliessenden Bad.

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