Time Freak

Time Freak

Sci-Fi / Komödie

USA / 2018 E/d 100min

Stillman (Asa Butterfield) ist ein aufstrebendes Physik-Genie. Nur bei den Ladys stellt er sich längst nicht so clever an. Zufällig lernt er allerdings eines Tages die lebensfrohe Debbie (Sophie Turner) kennen. Die beiden verlieben sich ineinander. Doch nach einer Weile glücklicher Zweisamkeit nehmen die Probleme zu und sie will die Trennung. Der am Boden zerstörte Stillman versucht – ganz Wissenschaftler – zu analysieren, woran die Beziehung zu seinem Traummädchen gescheitert sein mag. Er erstellt eine aufwändige Timeline und hält auf dieser alle kleinen vorfälle fest, bei denen er vielleicht etwas Dummes gesagt oder getan hat. Mit einer Zeitmaschine, an der er seit Jahren werkelt und die er nun endlich fertigstellt, reist er gemeinsam mit seinem besten Kumpel Ewan (Skyler Gisondo) als moralischem Support in die Vergangenheit. Dort will er seine vermeintlichen Fehler begradigen, um so die Trennung zu verhindern beziehungsweise rückgängig zu machen. Ganz so einfach wie gedacht, gestaltet sich dieses Vorhaben dann aber nicht.

„Was habe ich nur falsch gemacht?“ und „Was würde ich anders machen, wenn ich das alles nochmal erleben könnte?“ – Fragen, die wir uns sicher alle schon einmal nach der einen oder anderen schiefgelaufenen Situation in unserem Leben gestellt haben. Auf dieser Überlegung basierend schrieb, finanzierte und inszenierte Andrew Bowler 2011 seinen Kurzfilm „Time Freak“, der anschliessend für einen Oscar nominiert wurde. Nun hat er seine Idee auf Kinolänge ausgebreitet. Handelte es sich ursprünglich um eine satirisch angehauchte Komödie, so ist die durchaus hochkarätig besetzte Neuauflage nun deutlich vielschichtiger ausgefallen: „Time Freak“ ist so eine mal nachdenkliche, mal sympathisch-amüsante Mischung aus Indie-Romantikomödie, Coming-Of-Age-Drama und Science-Fiction.

„Eliminiere alle Momente, in denen Debbie unglücklich war, aus ihrem Leben und schon ist sie nur noch glücklich“, so lautet die simple, zunächst logisch klingende, aber offenbar nicht wirklich zu Ende gedachte Theorie von Stillman. Gerade weil die Prämisse um den Wunsch, Fehler oder versäumnisse in der Vergangenheit geradezubiegen, so unissersell ist, gibt es natürlich schon einige Filme, die sich mit dem Thema Zeitreise beschäftigt haben – und das auch im Rahmen einer romantischen Erzählung. Dass „Time Freak“ neben Filmen wie dem traumhaft-schönen „About Time“ oder dem eher misslungen Netflix-Beitrag „When We First Met“ originell genug ist, liegt vor allem an dem sympathischen Cast. Allen voran Hauptdarsteller Asa Butterfield („Hugo Cabret“, „Miss Peregrine's Home For Peculiar Children“) versprüht wie zuletzt schon in „Then Came You“ auch in dieser Indie-Romanze einen Enthusiasmus, der ansteckend ist und sich schnell auf den Zuschauer überträgt.

Bandelte er in „Then Came You“ noch mit Maisie Williams an, ist nun deren „Game Of Thrones“-Schwester Sophie Turner seine Partnerin. Und diese ist tatsächlich zum verlieben in der Rolle der zu Beginn so unbeschwerten und – im vergleich zum immer kalkulierenden, immer alles hinterfragenden Stillman – planlos in den Tag hineinlebenden Kellnerin und Liedermacherin Debbie. Die Entwicklung der Figur im weiteren Verlauf der Handlung gestaltet sich erstaunlich düster, ist aber absolut nachvollziehbar und von Turner jederzeit glaubhaft dargestellt. Ihr natürliches, oft sogar improvisiert wirkendes Spiel dürfte gerade für „Game Of Thrones“-Fans interessant sein. Gibt es bei Debbie doch sowohl Parallelen als auch krasse Gegensätze zur Figur der ebenfalls von der jungen Britin verkörperten Sansa Stark zu entdecken.

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