I think we're alone now

I think we're alone now

Sci-Fi

USA 2018 E/d 93min

Del (Peter Dinklage) glaubt, er sei der einzige Überlebende der Apokalypse. Seine Zeit vertreibt er sich damit, all die Leichen in seiner Kleinstadt Haus für Haus zu begraben. Ausserdem legt er grossen Wert darauf, die Stadtbibliothek wieder zu vervollständigen – und so sammelt er all die Bücher wieder ein, die sich die Leute noch vor dem Jüngsten Gericht ausgeliehen und somit nie wieder zurückgebracht haben. Dels Alltag ist von Ruhe und Routine geprägt, was ihm eigentlich auch sehr gut so gefällt. Aber dann wird sein Einsiedlerleben gehörig auf den Kopf gestellt, als eines Tages plötzlich die junge Grace (Elle Fanning) auftaucht. Offenbar ist Del doch nicht der letzte Mensch auf Erden. Aber woher kommt die geheimnisvolle Frau überhaupt? Und was will sie ausgerechnet von ihm?

Alleinsein heisst nicht automatisch, einsam zu sein. Eine nicht ganz neue Erkenntnis, die Mike Makowsky in seinem Skript zum Endzeit-Drama „I Think We’re Alone Now“ aber auf interessante Weise neu durchdekliniert. Denn obwohl der Protagonist nach einem nicht weiter ausgeführten apokalyptischen Vorfall ganz allein ist, fühlt er sich nicht einsam, sondern erfüllter als je zuvor. Vorher hatte er das Gefühl, in der Masse unterzugehen und nicht dazuzugehören. Nun ist sein Platz ganz klar, als einziger verbliebener Bewohner einer leergefegten Kleinstadt. Eine vielversprechende Prämisse.

Die in Endzeitwerken häufig zum Einsatz kommenden weiten Panoramaansichten auf eine verlassene, zerstörte Welt sucht man hier grösstenteils vergebens. Stattdessen sind wir meist ganz nah dran, wenn es sich der zynisch gewordene Del in seiner Einsamkeit bequem einrichtet. Del hat offenbar endlich seinen Platz gefunden – und zwar ausgerechnet in einer postapokalyptischen Welt. Die Ursache der Katastrophe spielt da gar keine Rolle und wird deshalb auch nicht weiter ausgeführt. Trotz des ungewöhnlichen erzählerischen Ansatzes ist es am Ende aber gar nicht mal das Skript, das den grössten Teil zum Gelingen des Films beiträgt. Vielmehr hat Morano auf dem Sundance Festival 2018 nicht von ungefähr für „I Think We`re Alone Now“ den Regiepreis gewonnen. Ihre langjährige Erfahrung als Kamerafrau sowie ihr Gespür für Bildkomposition und Lichtsetzung werten jede Einstellung des Films massgeblich auf. Die 41-Jährige versteht, wie sie die Verlassenheit ihrer Protagonisten visuell herausstellt. Die überlegt gewählten Bilder, die Del und Grace fast immer nur allein und ganz selten gemeinsam zeigen, sind je nach angepeilter Emotion per Hand, mit einer stoisch ruhigen Kamerafahrt oder gleich ganz statisch gefilmt.

filmstarts.de

 

 

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