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Brawl in Cell Block 99

Drama / Thriller

USA 2017 E/d 132min

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Drogenkurier Bradley (Vince Vaughn) wird nach einem verhunzten Deal von der Polizei gefasst und vom Richter zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Sein Scheitern kostet seinen anonymen Auftraggeber ein Vermögen. Aus Rache lässt der Bradleys hochschwangere Frau Lauren (Jennifer Carpenter) entführen. Im Gegenzug für ihr Leben und das Leben ihres ungeborenen Kindes soll Bradley im Gefängnis einen Auftragsmord verüben. Allerdings sitzt die Zielperson im berüchtigten Zellenblock 99 eines von Knastdirektor Tuggs (Don Johnson) geführten Hochsicherheitsgefängnisses ein.

Bis der eigentliche Plot überhaupt ins Rollen kommt, vergehen in „Brawl In Cell Block 99“ bereits gut 45 Minuten. Wie schon in „Bone Tomahawk“ nimmt sich Zahler auch diesmal wieder die Zeit, die Überzeugungen, Hoffnungen und das moralische Fundament seiner Figuren herauszuarbeiten, bevor er sie direkt und ohne Rückfahrtschein in die Hölle schickt. Dabei schürt und unterwandert der Regisseur immer wieder die Erwartungen des Publikums – schon bevor es auch nur dazu kommt, dass Bradley ins Gefängnis wandert, ist man sich mehrere Male ganz sicher, wie die nächsten Minuten wohl ablaufen werden (und man liegt doch jedes Mal falsch, was sich übrigens auch im weiteren Verlauf des Films nicht ändert).

Nachdem er zunächst als cholerischer Vulkan eingeführt wird, entwickelt sich der hünenhafte Glatzkopf schnell zu einem auf schräge Art charismatischen Anti-Helden. Dass das so reibungslose gelingt, liegt vor allem an dem ansonsten eher für seine Comedy-Rollen bekannten Vince Vaughn („Die Hochzeits-Crasher“, „Voll auf die Nüsse“), der den inneren Widerstreit des sich immer wieder selbst zur Besonnenheit zwingenden Protagonisten konsequent nach aussen schält – es ist wohl die körperlich beeindruckendste Performance des Jahres. Trotzdem ist Bradley kein klassischer Action-Held, der einfach alles plattmacht, weil das eben sein Ding ist, sondern bleibt selbst in den brutalsten Momenten immer jemand, der glaubhaft gegen seinen Willen zu dieser erschreckend effizienten Brutalität getrieben wird – selbst beim Zermantschen von Schädeln bleibt „Brawl In Cell Block 99“ immer auch eine faszinierend-verstörende Charakterstudie.

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Suspiria

Horror

Italien / USA 2018 E/d 152min

Berlin im Jahre 1977: Der Terror der RAF erschüttert das geteilte Deutschland. Die junge Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) reist in die Stadt, um sich in der berühmten Ballettschule Marcos Dance Academy einzuschreiben. Schulleiterin Madame Blanc (Tilda Swinton) erkennt ihr natürliches Talent sofort. Doch irgendetwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Susies Platz ist nur frei geworden, weil ihre Vorgängerin Patrica (Chloë Grace Moretz) spurlos verschwunden ist. Zuletzt gesehen hat sie der alternde Witwer und Psychotherapeut Dr. Josef Klemperer (ebenfalls Tilda Swinton mit Penis-Prothese). Schritt für Schritt offenbart sich ein düsteres Geheimnis.

Wirklich gruselig ist Guadagninos Horrorfilm nur selten, über lange Strecken ist „Suspiria“ eher ein finsteres Drama. Auf klassische Jump-Scares wird zum Glück weitestgehend verzichtet. Stattdessen wird eine bedrückende Grundstimmung aufgebaut. Auf den Strassen herrscht Terror, in den Köpfen auch. Alle Fernseh- und Radiosender berichten von der Entführung des Flugzeugs Landshut durch palästinensische Geiselnehmer. In einer Strasse in der Nähe von Susies Wohnheim explodiert eine Bombe. Die junge Tänzerin wird von Albträumen heimgesucht, die sich aus anfangs schwer greifbaren Schreckensbildern zusammensetzen. Die biedere Farbpalette trägt zur deprimierenden Atmosphäre bei. Die Bundesrepublik sah selten trostloser aus.

Auch die Regie von Guadagnino trägt dazu bei. Der Italiener wählt wie so oft eine distanzierte, etwas unterkühlte Perspektive auf das Geschehen. Das passt zu seiner Version von „Suspiria“ und der Kälte des „Deutschen Herbst“. Ausserdem werden so die dynamischeren Einstellungen, die mehr Bewegung enthalten oder unmittelbar die Perspektive einer Figur annehmen, besonders hervorgehoben. Bis auf wenige Ausnahmen kommen solche immer nur dann vor, wenn gerade Tanz und/oder Gewalt gezeigt werden. Der Kontrast zwischen dem sonst so bedächtigen Erzählen und diesen Spitzen macht sie besonders effektiv. Auch das schrille, kratzende und dröhnende Sounddesign tut sein Übriges.

Fazit: Luca Guadagnino präsentiert mit „Suspiria” einen recht verkopften Horrorfilm. Viele Szenen und Ideen sind bemerkenswert, sie werden lange in Erinnerung bleiben. Dasselbe gilt für die Schauspieler. Wie eine Marionette wird der Zuschauer zu genau den Ideen gezogen, die den Regisseur reizen.

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Dave made a Maze

Komödie / Horror

USA 2017 E/d 80min

Dave (Nick Thune) ist Künstler, hat in seinem Leben allerdings noch nichts Erwähenswertes geschaffen. Aus Frustration baut er sich ein Fort aus Pappkartons in seinem Wohnzimmer. Als er sich darin zurückzieht, entspinnt sich im Innern eine magische Welt voller Fallen, Gefahren und Kreaturen – er sieht sich gefangen in und bedroht von seiner eigenen Kreation und kann nicht mehr aus eigener Kraft entkommen. Daves Freundin Annie (Meera Rohit Kumbhani) stellt ein exzentrisches Rettungsteam zusammen, um dem Gefangenen aus der Patsche zu helfen – obwohl dieser sie ausdrücklich vor einem Betreten des Labyrinths warnt.

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Die Nachricht um Daves Dilemma verbreitet sich schnell und schon bald treffen seine Freunde in der Wohnung ein. Darunter auch ein Dokumentarfilmer, der eine spannende Story wittert. Unter der Anführung von Annie macht sich die gesamte Gruppe auf ins Kartonlabyrinth, um ihren Freund herauszuholen. Sie ahnen nicht, welche Gefahren im Innern der Konstruktion auf sie warten.

Die Konstruktion des Labyrinths ähnelt dem Produktionsdesign von "The Science of Sleep" bringt aber auch ganz viel Eigenes. Am erstaunlichsten ist vielleicht eine Szene, welche mit optischer Täuschung und Perspektiven arbeitet. Eine Sequenz mit Handpuppen verblüfft ebenso wie die Darstellung der "blutigen" Szenen des Filmes.

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