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Revenge

Thriller / Action

Frankreich 2018 EF/d 113min

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Man sollte es sich niemals mit einer jungen Frau verscherzen, denn die ist alles andere als nachsichtig. Zumindest auf die schöne Jen (Matilda Lutz) trifft das zu. Die denkt sich eigentlich nichts Böses, als sie ihren Freund bei einem Wochenendausflug begleitet. Zusammen mit zwei Kumpels bezieht dieser für die paar Tage eine abgelegene Villa in der Wüste. Für Jen wird der Urlaub allerdings leider alles andere als entspannend, denn die junge Dame zieht nach kurzer Zeit das sexuelle Interesse der zwei Kumpanen auf sich. Als diese sie auch noch plötzlich vergewaltigen, eskaliert die Situation. Jen soll entsorgt werden und wird kurzerhand in den nahegelegenen Canyon geworfen und zum Sterben zurückgelassen. Wie durch ein Wunder überlebt sie ihren Sturz und fortan hat Jen nur ein Ziel im Auge: Grausame Rache an ihren Peinigern zu üben. Dabei greift die blutdurstige Überlebenskünstlerin auf alles zurück, ausser Mitleid.

Die millionenschweren Geschäftspartner Richard (Kevin Janssens), Stan (Vincent Colombe) und Dimitri (Guillaume Bouchède) haben sich wie jedes Jahr eine mitten in der Wüste gelegene Luxusvilla gemietet, um in den nächsten Tagen gemeinsam auf Jagd-Safari zu gehen. Der verheiratete Familienvater Richard ist diesmal allerdings schon zwei Tage früher per Helikopter angereist, um noch ein romantisches Wochenende mit seiner jungen Geliebten Jen (Matilda Anna Ingrid Lutz) zu verbringen. 

Als auch Stan und Dimitri einen Tag früher als geplant auftauchen, fühlt sich speziell Stan von der attraktiven Amerikanerin so sehr angetörnt, dass er sie schliesslich sogar vergewaltigt. Um Jen zum Schweigen zu bringen, stossen die Geschäftskumpels sie von einer Klippe, an deren Fuss sie auch noch von einem Baumstamm durchbohrt wird. Aber als das Trio später zurückkehrt, um ihre Leiche zu verscharren, ist der Körper verschwunden und es führt nur noch eine Blutspur mitten in die Wüste. 

Dass es nicht so schwierig ist, der Spur zu folgen, liegt auch daran, dass ein menschlicher Körper in der extrem stilisierten Sonnen-Luxuswelt von „Revenge“ offenbar wesentlich mehr Blut in sich trägt als in der Realität. Vor allem während des zugleich konsequent-heftigen und allein schon aufgrund seiner unfassbaren Derbheit auch absurd-schwarzhumorigen Finales spritzt das Blut derart extrem herum, dass es am Ende kaum noch ein Fleckchen in der gesamten Villa gibt, das nicht mit dem roten Saft vollgeschmiert ist. Ganz egal was die Endreinigung in so einem Reichen-Resort kostet – in diesem Fall ist es ein absolutes Schnäppchen.

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I kill giants

Fantasy / Abenteuer

USA 2017 E/d 104min

Die Teenagerin Barbara (Madison Wolfe) flüchtet sich regelmässig in aufregende Fantasiewelten, in denen sie immer wieder gegen bedrohliche Riesen antreten muss. In der Schule wird die Einzelgängerin unterdessen gemobbt, ihre einzige Freundin ist die gerade erst in die USA gezogene Engländerin Sophia (Sydney Wade). Während die Schulpsychologin Mrs. Mollé (Zoe Saldana) sich der Teenagerin annimmt, weil sie hinter der harten Fassade ein eingeschüchtertes Mädchen vermutet, wachsen Barbara ihre familiären Probleme zunehmend über den Kopf.

Sofort positiv fällt an „I Kill Giants“ die sorgfältige Ausstattung auf. So ist Barbaras mit Kristallen besetztes Fernrohr einfach ein unheimlich liebevoll gestaltetes Requisit und auch ihr privates Refugium hinter einem umgekippten Bootswrack erweist sich mit seinen Arrangements aus Muscheln, Federn, Seilen und Büchern als detailverliebtes, das Innere der Protagonistin nach aussen hin sichtbar machendes Setdesign.

 

Die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten gerade einmal 13 Jahre alte Nachwuchsdarstellerin setzte sich beim Casting gegen 500 Mitbewerberinnen durch. Sie verkörpert Barbara vielschichtig und authentisch, wenn sie den Provokationen ihrer Mitschülerin Taylor (Rory Jackson) fast schon genervt cool Paroli bietet, die Baseballtrainerin mit kecken Kommentaren beleidigt oder sich später unter Tränen ihrer grössten Angst im eigenen Zuhause stellet. Zoe Saldana (Gamora in „Guardians Of The Galaxy“ & „Avengers: Infinity War“) sprang kurzfristig für die ursprünglich für den Part als Schulpsychologin vorgesehene Halle Berry („Catwoman“) ein und überzeugt in den ruhigen Dialogen mit einer gleichermassen empathische, aber dabei ungleich weniger präsente Performance.

Selbst für einen erfahrenen Veteranen wie Joe Kelly, der für Marvel als Autor unter anderem Storylines zu „Daredevil“, „Spider-Man“ und „X-Men“ beigesteuert hat, war die Arbeit an der Comic-Reihe „I Kill Giants“ etwas ganz Besonderes. Seine vielschichtige Coming-of-Age-Geschichte über eine emotional überforderten Teenagerin überführte der japanische Zeichner J. M. Ken Niimura in Schwarz-Weiss-Bilder mit grobem, schnellem Strich und schiefen Perspektiven, die durchaus an den Artwork-Stil von Mangas erinnern. Inhalt und Form ergaben dabei eine mitunter chaotische, aber gerade deshalb am Ende so gut funktionierende Einheit, weil die Bilder jederzeit das aufgewühlte Innenleben der Protagonistin Barbara spiegeln.

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Dave made a Maze

Komödie / Horror

USA 2017 E/d 80min

Dave (Nick Thune) ist Künstler, hat in seinem Leben allerdings noch nichts Erwähenswertes geschaffen. Aus Frustration baut er sich ein Fort aus Pappkartons in seinem Wohnzimmer. Als er sich darin zurückzieht, entspinnt sich im Innern eine magische Welt voller Fallen, Gefahren und Kreaturen – er sieht sich gefangen in und bedroht von seiner eigenen Kreation und kann nicht mehr aus eigener Kraft entkommen. Daves Freundin Annie (Meera Rohit Kumbhani) stellt ein exzentrisches Rettungsteam zusammen, um dem Gefangenen aus der Patsche zu helfen – obwohl dieser sie ausdrücklich vor einem Betreten des Labyrinths warnt.

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Die Nachricht um Daves Dilemma verbreitet sich schnell und schon bald treffen seine Freunde in der Wohnung ein. Darunter auch ein Dokumentarfilmer, der eine spannende Story wittert. Unter der Anführung von Annie macht sich die gesamte Gruppe auf ins Kartonlabyrinth, um ihren Freund herauszuholen. Sie ahnen nicht, welche Gefahren im Innern der Konstruktion auf sie warten.

Die Konstruktion des Labyrinths ähnelt dem Produktionsdesign von "The Science of Sleep" bringt aber auch ganz viel Eigenes. Am erstaunlichsten ist vielleicht eine Szene, welche mit optischer Täuschung und Perspektiven arbeitet. Eine Sequenz mit Handpuppen verblüfft ebenso wie die Darstellung der "blutigen" Szenen des Filmes.

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