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Dave made a Maze

Komödie / Horror

USA 2017 E/d 80min

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Dave (Nick Thune) ist Künstler, hat in seinem Leben allerdings noch nichts Erwähenswertes geschaffen. Aus Frustration baut er sich ein Fort aus Pappkartons in seinem Wohnzimmer. Als er sich darin zurückzieht, entspinnt sich im Innern eine magische Welt voller Fallen, Gefahren und Kreaturen – er sieht sich gefangen in und bedroht von seiner eigenen Kreation und kann nicht mehr aus eigener Kraft entkommen. Daves Freundin Annie (Meera Rohit Kumbhani) stellt ein exzentrisches Rettungsteam zusammen, um dem Gefangenen aus der Patsche zu helfen – obwohl dieser sie ausdrücklich vor einem Betreten des Labyrinths warnt.

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Die Nachricht um Daves Dilemma verbreitet sich schnell und schon bald treffen seine Freunde in der Wohnung ein. Darunter auch ein Dokumentarfilmer, der eine spannende Story wittert. Unter der Anführung von Annie macht sich die gesamte Gruppe auf ins Kartonlabyrinth, um ihren Freund herauszuholen. Sie ahnen nicht, welche Gefahren im Innern der Konstruktion auf sie warten.

Die Konstruktion des Labyrinths ähnelt dem Produktionsdesign von "The Science of Sleep" bringt aber auch ganz viel Eigenes. Am erstaunlichsten ist vielleicht eine Szene, welche mit optischer Täuschung und Perspektiven arbeitet. Eine Sequenz mit Handpuppen verblüfft ebenso wie die Darstellung der "blutigen" Szenen des Filmes.

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Suspiria

Horror

Italien / USA 2018 E/d 152min

Berlin im Jahre 1977: Der Terror der RAF erschüttert das geteilte Deutschland. Die junge Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) reist in die Stadt, um sich in der berühmten Ballettschule Marcos Dance Academy einzuschreiben. Schulleiterin Madame Blanc (Tilda Swinton) erkennt ihr natürliches Talent sofort. Doch irgendetwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Susies Platz ist nur frei geworden, weil ihre Vorgängerin Patrica (Chloë Grace Moretz) spurlos verschwunden ist. Zuletzt gesehen hat sie der alternde Witwer und Psychotherapeut Dr. Josef Klemperer (ebenfalls Tilda Swinton mit Penis-Prothese). Schritt für Schritt offenbart sich ein düsteres Geheimnis.

Wirklich gruselig ist Guadagninos Horrorfilm nur selten, über lange Strecken ist „Suspiria“ eher ein finsteres Drama. Auf klassische Jump-Scares wird zum Glück weitestgehend verzichtet. Stattdessen wird eine bedrückende Grundstimmung aufgebaut. Auf den Strassen herrscht Terror, in den Köpfen auch. Alle Fernseh- und Radiosender berichten von der Entführung des Flugzeugs Landshut durch palästinensische Geiselnehmer. In einer Strasse in der Nähe von Susies Wohnheim explodiert eine Bombe. Die junge Tänzerin wird von Albträumen heimgesucht, die sich aus anfangs schwer greifbaren Schreckensbildern zusammensetzen. Die biedere Farbpalette trägt zur deprimierenden Atmosphäre bei. Die Bundesrepublik sah selten trostloser aus.

Auch die Regie von Guadagnino trägt dazu bei. Der Italiener wählt wie so oft eine distanzierte, etwas unterkühlte Perspektive auf das Geschehen. Das passt zu seiner Version von „Suspiria“ und der Kälte des „Deutschen Herbst“. Ausserdem werden so die dynamischeren Einstellungen, die mehr Bewegung enthalten oder unmittelbar die Perspektive einer Figur annehmen, besonders hervorgehoben. Bis auf wenige Ausnahmen kommen solche immer nur dann vor, wenn gerade Tanz und/oder Gewalt gezeigt werden. Der Kontrast zwischen dem sonst so bedächtigen Erzählen und diesen Spitzen macht sie besonders effektiv. Auch das schrille, kratzende und dröhnende Sounddesign tut sein Übriges.

Fazit: Luca Guadagnino präsentiert mit „Suspiria” einen recht verkopften Horrorfilm. Viele Szenen und Ideen sind bemerkenswert, sie werden lange in Erinnerung bleiben. Dasselbe gilt für die Schauspieler. Wie eine Marionette wird der Zuschauer zu genau den Ideen gezogen, die den Regisseur reizen.

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Elizabeth Harvest

Thriller / Sci-Fi

USA 2018 E/d 109min

Die frisch vermählte Elizabeth (Abbey Lee) bestaunt das prachtvolle Anwesen ihres Ehemannes Henry (Ciarán Hinds), der ein brillanter Wissenschaftler ist. Mit allerlei Speisen und romantischen Ideen verzückt er sie – und auch die Hausangestellten Claire (Carla Gugino) und Oliver (Matthew Beard) begegnen ihr mit grösstem Respekt. Doch von Anfang an hat Elizabeth das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Henry verwischt solche Zweifel jedoch stets. All der Reichtum gehöre nun auch ihr, sie dürfe alles benutzen und tun, was sie wolle – mit einer einzigen Ausnahme: Es gibt einen Raum, dessen Zutritt Elizabeth unter allen Umständen verboten ist. Aber genau damit ist natürlich Elizabeths Neugierde geweckt. Als Henry geschäftlich verreist, nutzt sie ihre Chance und betritt den verbotenen Raum. Was sie mal besser nicht getan hätte.

Schon nach den ersten fünf Minuten von „Elizabeth Harvest“ glaubt man, sicher zu wissen, wo der Hase langläuft. Der steinreiche Medizin-Nobelpreisträger Henry (Ciarán Hinds) bringt seine sehr viel jüngere, frisch angetraute Model-Ehefrau Elizabeth (Abbey Lee) erstmals mit zu sich in seine abgelegene Villa, wo er ihr neben der Hausmanagerin Claire (Carla Gugino aus „Sin City“) und dem blinden Gärtner Oliver (Matthew Beard) auch alle Räume ihres neuen luxuriös-geräumigen Zuhauses vorstellt. Nur eine blauschimmernde Tür im Keller ist für Elizabeth absolut tabu! Na, dann ist doch alles klar: Die naive Braut wird sich in den kommenden eineinhalb Stunden in ihrem Goldenen Käfig zunehmend unwohler fühlen, bis sie kurz vor dem Finale gar nicht mehr anders kann, als hinter die verbotene Tür zu schauen, wo sich dann ein grauenvolles Geheimnis offenbart.

Aber Pustekuchen! Wo man sich gerade noch sicher war, worauf das alles hinauslaufen wird, weiss man nach einer Viertelstunde plötzlich nur noch, dass man nichts weiss. Regisseur und Drehbuchautor Sebastian Gutierrez („Snakes On A Plane“, „The Eye“) serviert das erwartete Filmfinale samt krassem Twist nämlich schon nach 15 statt 105 Minuten. Sein Pulver hat er damit aber noch lange nicht verschossen, ganz im Gegenteil: Selbst nachdem das Mysterium der blauen Tür gelüftet ist, regnet es fast schon im Minutentakt weitere kleine und grosse Wendungen. Das Drehbuch zu „Elizabeth Harvest“ hat nicht wie „Die üblichen Verdächtigen“ oder „The Sixth Sense“ diesen einen genialen Moment, auf den alles zuläuft, sondern jede Menge immer überraschende, manchmal richtig schön böse Richtungswechsel, die den Zuschauer ständig auf Trab halten.

Wendungsreich, clever, elegant, sexy – ein Volltreffer für Mystery-Fans.

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