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The Witch Part 1: The Subversion

Thriller / Action

Südkorea 2018 Kor/d 126min

Teenagerin Ja-yoon (Da-mi Kim) führt ein ganz normales Leben auf dem Land, wo sie ihren Eltern auf dem Hof der Familie hilft, wenn sie nicht gerade mit ihrer besten Freundin abhängt. Eines Tages fasst sie jedoch den Entschluss, an einer überregionalen Talentshow teilzunehmen, wodurch Ja-yoons Gesicht plötzlich landesweit bekannt ist. Und damit ist die Ruhe vorbei: Fremde tauchen nämlich in ihrem kleinen Heimatörtchen auf und geben vor, Ja-yoon zu kennen. Und von da an spitzt sich die Lage nur noch weiter zu. Irgendwann dringen nämlich bewaffnete Söldner in ihr Haus ein und haben es auf das Mädchen abgesehen. Doch als das Leben ihrer Eltern bedroht ist, erwachen in ihr ganz plötzlich bisher verborgene übernatürliche Fähigkeiten und es kommt zu einem Blutbad.

Ein achtjähriges Mädchen bricht aus einer Anstalt aus, in der scheinbar Experimente durchgeführt wurden. Die Verfolger können sie nicht aufspüren und glauben, sie könne ausserhalb der Anstalt nicht überleben. Doch wird das Mädchen bewusstlos auf einem Bauernhof von Herrn Koo gefunden.

10 Jahre später lebt sie bei der Familie im Landkreis Hongseong und hat den Namen Koo Ja-yoon angenommen. An ihr vorheriges Leben und ihren Namen erinnere sie sich nicht, allerdings hat sie häufig starke Kopfschmerzen. Sie hilft ihren Eltern mit den Kühen und kümmert sich um sie. Ihre Mutter leidet unter Alzheimer. Sie ist stets Klassenbeste und gut befreundet mit Do Myung-hee, deren Vater Polizist ist. Diese überredet Ja-yoon, an einer Castingshow teilzunehmen. Sie setzt sich erfolgreich durch und erhält eine Einladung nach Seoul. Allerdings hat sie in der Sendung zusätzlich einen Zaubertrick gezeigt. Es war jedoch mehr als nur ein Trick. Ihre Eltern reagieren besorgt, nachdem sie es im Fernsehen sehen.

Plötzlich begegnet Ja-yoon merkwürdigen Gestalten. Im Zug nach Seoul mit ihrer Freundin Myung-hee wird sie von einen jungen Mann angesprochen, der behauptet, sie zu kennen. Doch Ja-yoon meint, er habe ihn noch nie zuvor gesehen. Der Mann verfügt offensichtlich über besondere Fähigkeiten. In Seoul angekommen kann sich Ja-yoon auch für die nächste Runde der Show qualifizieren. Dr. Baek und Mr. Choi, die zehn Jahre zuvor die Verfolgung aufnahmen, sind sich sicher, dass es das Mädchen ist, das flüchten konnte. Nach der Show wird Ja-yoon von mehreren Männern angesprochen, die mit ihr reden wollen. Doch Myung-hee kann sie schnell in ein Taxi zerren.

Nachdem beide in ihrem Heimatort angekommen sind, begegnet sie erneut dem jungen Mann. Dieser macht eine Anspielung, dass ihre Eltern tot sein könnten. Ja-yoon bittet Myung-hee, ihren Vater anzurufen, damit er in ihrem Haus nach dem Rechten sieht. Ja-yoon und Myung-hee nehmen ein Taxi. Als sie ankommen ist alles in Ordnung und Kommissar Do trinkt mit Herrn Koo. Sie ist erleichtert und Do macht sich auf den Heimweg. Doch danach ist die Ruhe für Ja-yoon und ihre Familie endgültig vorbei.

 

 

Last House on Dead End Street

Horror

USA 1977 E 74min

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Terry Hawkins wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und beschliesst, Filmemacher zu werden. Da der Markt für Pornos ihm zu ausgelutscht erscheint, beschliesst er, Snuff-Filme zu drehen. Er stellt ein Team aus gescheiterten Filmemachern und Pornodarstellerinnen zusammen und dreht erste Aufnahmen, die er der wohlhabenden Gesellschaft vorführt. Seinem Produzenten Steve Randell geht das alles zu weit. Daher beschliesst Terry, ihn und seine Frau zu kidnappen und zu quälen. Während seine Frau bei lebendigem Leib ausgeweidet wird, wird er gezwungen, an einem abgeschlagenen Rehhuf Oralverkehr zu simulieren. Anschließend wird er getötet. Ein Bildschirmtext informiert den Zuschauer anschliessend, dass das gesamte Filmteam später zu 999 Jahren Haft verurteilt worden sei.

Der Film galt lange Jahre als Mythos. Es waren diverse Bootlegs im Umlauf, die entweder streng limitiert waren oder eine extrem schlechte Bildqualität aufwiesen. 2002 erschien dann eine DVD-Version von Barrell Entertainment, die den Mythos widerlegte. Auf der DVD befand sich Making-of-Material und frühe Werke von Filmemacher Watkins, die ihn aus einer anderen Perspektive zeigen. Das Originalbildmaterial befand sich auf Super 8 und ist durch die lange Lagerung heute verschmutzt, daher ist die Bild- und Tonqualität neuerer Veröffentlichungen nicht besonders gut.

Bedingt durch den Mythos, der um den Film entstand, handelte es sich lange Jahre um einen sehr gesuchten Horrorfilm, der jedoch nur drei explizite Szenen zeigt: eine sehr lange Ausweidung, den Oralverkehr mit dem Tierhuf sowie eine Szene, bei der ein Mann eine nackte Frau auspeitscht. Mit ähnlichen Filmen wie Wizard of Gore (1970), der Guinea-Pig-Reihe oder Bloodsucking Freaks (1976) trug Last House on Dead End Street zum Snuff-Mythos bei.

„LAST HOUSE ON DEAD END STREET ist ein aus den Tiefen des Undergrounds kommendes, verstörendes Stück (Pseudo-)Snuff-Theater, welches in Splatterkreisen einen legendären Ruf besitzt. Und der Film hat ein Tripel an derben, alles verheerenden Szenen in der Hinterhand, die diesen Ruf auch gerechtfertigen. Mit kranker, räudiger Atmosphäre, einem Nullunterhaltungswert und den vielen zähen Passagen macht es Roger Watkins dem Zuschauer allerdings leicht, sein Werk zu hassen. Auch ich mochte den Film anfangs nicht, doch mittlerweile bin ich der Meinung, dass LAST HOUSE ON DEAD END STREET auf eine unbequem perverse Weise kraftvoll ist und dass man Watkins Mut zur Grenzauslotung einfach anerkennen muss.“

– Christian Ade: Filmtipps.at

„Fraglos zu den scheusslichsten Beiträgen zum Thema Hölle im Haus gehört das durch und durch menschenfeindliche Last House on Dead End Street (1977) (…) Der Film bezieht einen Grossteil seiner Schockwirkung daraus, dass die Grenzen zwischen Aufnahme, Anstiftung zur und Teilnahme an der Gewalt verschwimmen.“

– Chas Balun: Euch spuck ich ins Gesicht. Bissige Filme

Wikipedia

 

 

The House on Sorority Row

Thriller / Mystery

USA 1983 E 91min

Eine Gruppe von Studentinnen aus einer Studentinnenverbindung hat Ärger mit der Vermieterin, die die Mädchen gerne aus dem Haus hätte. Die Mädchen wollen bleiben, und planen daher, der Frau einen Streich zu spielen, bei dem sie aber unglücklicherweise ums Leben kommt. Sie verstecken die Leiche und schwören, es niemandem zu erzählen, doch irgendwer hat sie wohl doch bei der Tat beobachtet!

Mark Rosman, der während seines Studiums als Regie-Assistent von Brian de Palma arbeitete, lieferte mit The House on Sorority Row seinen Debütfilm ab. Rosmans Werk reiht sich dabei nahtlos in die goldene Zeit des Slashers Anfang der 80er-Jahre ein. Im englischsprachigen Raum geniesst der Film einen gewissen Kultstatus, weshalb es umso verwunderlicher ist, dass er in Deutschland nie veröffentlicht wurde und deshalb hier auch ein Schattendasein fristet.

Im Film folgen wir einigen Mitgliedern einer weiblichen Studentenverbindung vor ihrer Abschlussparty, die ihrer verhassten Hausmutter noch einen Streich zum Abschied spielen wollen. Dieser geht allerdings, wer hätte es ahnen können, schrecklich schief und bei der Party verschwinden dann zudem in üblicher Slasher-Manier plötzlich jene Partygäste, die an dem Streich beteiligt waren.

Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit der Story bietet Sorority Row ordentliche Slasher-Kost und schafft es sogar in manchen Bereichen durchaus erfrischend zu sein.

Im Gegensatz zur klassischen Slasher-Dramaturgie wird hier nicht eine Schuld gesühnt, die in der Vergangenheit liegt, sondern die jungen Frauen sind während der Abschlussparty damit beschäftigt, ihren misslungenen Streich zu vertuschen. Dies sorgt für zusätzliche Dynamik im ansonsten fest abgesteckten Spannungsbogen und lässt zudem Raum für etwas schwarzen Humor. Davon abgesehen ist alles beim Alten wie man es zum Beispiel von Prom Night oder Terror Train kennt.

Was diesen Slasher zusätzlich von seinen Genre-Kollegen etwas abhebt sind die gänzlich gelungenen Performances der Hauptdarstellerinnen. Vor allem Eileen Davidson als bitterböses Badgirl und Kate McNeil als feinsinniges Final Girl machen einen tollen Job.

yearsofterror.eu

 

 

Holiday

Drama

Dänemark / Niederlande / Schweden 2018 Dänisch/d 90min

Für eine junge Frau wird ein Urlaub an der türkischen Riviera, den sie zusammen mit ihrem Gangster-Lover verbringt, zu einem Höllentrip, an dessen Ende sie vor einer Entscheidung steht.

Ganz verloren steht sie am Anfang in den grossen und leeren Hallen des Flughafens von Bodrum, diese sehr junge, sehr dünne, sehr langbeinige und sehr blonde junge Frau, die in manchen Momenten später im Film fast noch wie ein Kind erscheint. Sascha (Victoria Carmen Sonne) ist hierher geflogen, um gemeinsam mit ihrem Freund Michael (Lai Yde) einige entspannte Tage an der türkischen Riviera zu verbringen, gemeinsam mit einigen Freunden von Michael, der mit undurchsichtigen bis illegalen Transaktionen (vermutlich Drogen, aber so genau weiss man das nicht) das grosse Geld verdient.

Sascha weiss das alles nicht so genau, wozu auch, sie ist schliesslich nur die Gespielin, ein „trophy girl“ von der Art, mit der sich alte, reiche und mächtige Männer gerne umgeben, um zu zeigen, was sie sich neben anderen Luxusgütern leisten können. Und die sehr naive Sascha macht dieses Spiel mit, lässt sich benutzen, demütigen, dann wieder mit teurem Schmuck beschenken und fragt nicht viel. Weil sie (anscheinend) genau dieses Leben will.

Bei Michael aber liegen wegen eines bevorstehenden grossen Deals die Nerven blank – und das lässt er nicht nur an seinen Freunden aus, die wohl viel eher untergebene Komplizen sind, sondern vor allem und immer wieder an Sascha. Als diese den niederländischen Aussteiger Thomas (Thijs Romer) kennenlernt und ihm immer wieder begegnet, erwacht Michaels Eifersucht – und die wird schliesslich schlimme Folgen haben, wenngleich ganz anders, als man dies zunächst zu wissen glaubt.

Isabella Eklöfs in Sundance ausgezeichnetes Spielfilmdebüt Holiday ist ein Film ohne Moral, ohne nennenswerte Sympathieträger und beinahe auch ein Film ohne Story. Welche Geschäfte Michael genau betreibt, kann man allenfalls erahnen. Welche Rolle die anwesenden Freunde spielen, bleibt im Dunkeln – zumal sie eher wie eine Ansammlung leicht asozialer Proleten denn wie richtige Gangster wirken. Was Sascha denkt, fühlt, will, wo sie herkommt und wo sie hinwill – all dies verschleiert Holiday, überdeckt es mit knalligen Farben und stilisierten Bildern, über denen aller sommerlichen Leichtigkeit zum Trotz etwas zutiefst Morbides und Abgefucktes liegt. Holiday sieht ein wenig so aus, als hätten Nicolas Winding Refn und Terry Richardson die Bildsprache der Hochglanzwerbung bewusst auf die Spitze getrieben – The Neon Demon trifft auf porn chic. Es ist die reine Oberfläche und ultrakapitalistische Oberflächlichkeit, unter denen zwar abgrundtiefe Gefühle brodeln, die aber kaum je zum Vorschein kommen. Und wenn sie es doch tun, entladen sie sich in Gewalt, Sex, Erniedrigung und vollkommener Verdinglichung des menschlichen Gegenüber. Es ist eine abgrundtief hässliche Welt im schicken Gewand, die Eklöf hier vorführt.

kino-zeit.de

 

 

Mega Time Squad

Komödie / Action

Neuseeland 2018 E/d 79min

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Als der Kleinganove John (Anton Tennet) bei einem seiner Raubüberfälle auf einen chinesischen Ramschhändler ein antikes Artefakt erbeutet, ahnt der Möchtegern-Gangster noch nicht, dass sich sein Leben mit dem alten Amulett für immer verändern soll: Der unscheinbare Fund entpuppt sich nämlich schnell als wahrer Schatz. Denn er ermöglicht dem Besitzer, durch die Zeit zu reisen und so den Verlauf der Geschichte für immer zu ändern. John versucht auf diese Weise, den örtlichen Gangsterboss Shelton (Johnny Brugh) loszuwerden und nach seinem nächsten Raubüberfall ungestraft davonzukommen. Auch versucht er, mit der Wunderwaffe im Gepäck, einen schlechtgelaunten Dämon abzuschütteln. Weil John aber beides nicht gelingt, setzt er das Amulett immer und immer wieder ein – bis er auf diese Weise immer mehr Doppelgänger von sich selbst in die Welt setzt, die sich bald zu einer kleinen Armee zusammentun.

Der Überfall geht dann überraschend einfach; Johnny lässt auch noch ein Armband mitgehen, vor dessen Verwendung ihn allerdings der alte chinesische Ladenbesitzer noch ausdrücklich warnt – denn, wie sich kurz danach herausstellt, kann Johnny damit jeweils einen kurzen Moment in der Zeit zurückreisen und so nicht nur Verfolgern entkommen, sondern sich sogar selbst warnen und, wenn nötig, helfen. Bitter nötig hat Johnny das allemal: Denn nicht nur ist ihm ein Gangster von den Triaden auf der Spur, der das Geld wiederbeschaffen will, Johnny hat auch noch versucht, Shelton zu betrügen und hat jetzt jede Menge Ärger mit allen Beteiligten.

Van Dammen lässt seinen Protagonisten mit Karacho in die Probleme rennen, die dieser vor allem aus gnadenloser Selbstüberschätzung selbst provoziert; dabei untergräbt er Johnnys Macho-Posen und seine Pseudo-Coolness immer wieder mit allen filmischen Mitteln – abbrechende Musik, ironische Auflösungen oder einfach wenig subtile Brechungen. Eine ausführliche Filmmontage, in dem Johnny sich mit einem Freund auf einen Kampf vorbereitet, wird mit aufputschender Musik unterlegt, endet aber damit, dass beide sich noch schnell einen Happen zu essen kaufen und kauend auf der Strasse stehen.

Dass Mega Time Squad nicht nur zusammen mit dem Genuss leichter Halluzinogene funktioniert und stellenweise wirklich witzig ist, liegt daran, dass der Film auch wesentlich subtilere Scherze kennt und einen Sinn für absurde Momente hat. Nicht zuletzt lässt Tennet sich auch in seinem Spiel genussvoll darauf ein, am Ende in drei-, vier-, fünffacher Ausführung im Raum zu stehen. Johnnys Leben, so viel darf man verraten, wird dadurch auch nicht wirklich einfacher.

kino-zeit.de