Aktuell

Zombi Holocaust

Horror

Italien 1980 E/d 82min

 

Aus einem Krankenhaus in New York verschwinden immer wieder Leichenteile und sogar Organe. Die Ermittlungen führen zu einem Krankenpfleger, der aus Südostasien stammt. Doch gross Zeit zu einer Befragung gibt es nicht, da der Mann unter mysteriösen Umständen kurz darauf stirbt. Jedoch gibt er der Wissenschaftlerin Lori Ridgeway (Alexandra Delli Colli) noch einen Hinweis, dass alle Fragen auf der kleinen Insel Kito beantwortet werden können. Als sich auch in anderen Städten solche Vorfälle häufen, wird ein Einsatztrupp unter der Leitung von Peter Chandler (Ian McCulloch) zusammengestellt, der sich auf den Weg nach Kito macht. Dort angekommen, trifft die Gruppe auf einen Stamm voller Kannibalen. Nur unter größten Mühen und der Hilfe von menschenähnlichen Wesen gelingt es Lori und Peter den Menschenfressern zu entkommen. Doch das ist erst der Beginn eines Horror-Trips, der für die beiden noch ein schreckliches Geheimnis bereithält.

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Night of the living Dead

Horror

USA 1968 E/d 96min

Ein abgelegener Friedhof, irgendwo in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt. Die Geschwister Johnny (Russell Streiner) und Barbra (Judith O’Dea) wollen zum Grab ihres Vaters. Johnny ist gut drauf. Er erinnert seine Schwester an ein Spiel aus der Kindheit. Johnny rief dabei zu Barbra: „Sie kommen, um dich zu holen.“ Dann erscheint tatsächlich ein merkwürdiger Mann auf dem Friedhof. Er geht anders als ein „normaler“ Mensch und er sieht blass aus. „Hier ist einer von ihnen“, ruft Johnny, noch immer seine Spässe treibend. Kurz darauf ist Johnny tot, nachdem er seiner Schwester helfen wollte, als der Unbekannte Barbra angegriffen hatte. In panischer Angst rennt Barbra davon und kommt zu einem einsam gelegenen Haus.

So beginnt George A. Romeros Horror-Klassiker „Night of the Living Dead“ aus dem Jahr 1968, der das Genre einschneidend verändern sollte. Diesem Film folgten später „Dawn Of The Dead“ (1978) und „Day Of The Dead“ (1985). Alle drei Filme handeln von der Bedrohung der (amerikanischen) Gesellschaft durch sog. Untote, Tote, die sich plötzlich wieder bewegen, Menschen anfallen und sich dadurch sprunghaft vermehren. Allen drei Filmen gemeinsam ist auch eine Geschichte, in der eine überschaubare Anzahl von Menschen sich durch verschiedene Methoden gegen die Untoten zur Wehr setzen. Sie verbarrikadieren sich und geraten angesichts der Überzahl der Untoten in eine klaustrophobische Situation.

In dem einsamen Haus trifft Barbra auf den durchreisenden Ben (Duane Jones). Starr vor Angst kann sie ihm nicht einmal erzählen, was auf dem Friedhof passiert ist. Sie sitzt auf einer Couch, panisch, und ist im Begriff, den Verstand zu verlieren. Ben behält einen kühlen Kopf. Er verbarrikadiert Fenster und Türen mit Holzlatten. Dann tauchen aus dem Keller plötzlich das Ehepaar Harry und Helen Cooper (Karl Hardman, Marilyn Eastman) und Tom (Keith Wayne) und Judy (Judith Ridley) auf, vier weitere Überlebende. Im Keller liegt die verletzte Tochter der Coopers, Kareen (Kyra Schon).

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I am Mother

Sci-Fi / Thriller

Australien 2019 E/d 114min

Nachdem die Menschheit fast gänzlich ausgestorben ist, soll die Erde durch ein besonderes Programm neu bevölkert werden. Dafür wird eine ganze neue Generation in einem unterirdischen Bunker durch einen freundlichen Roboter namens „Mutter“ grossgezogen. „Tochter“ (Clara Rugaard) ist eine von diesen Kindern, die seit jeher abgeschirmt von der Aussenwelt nur mit „Mutter“ Kontakt haben. Doch dann erscheint eine blutbesudelte Frau (Hilary Swank) auf der Bildfläche und behauptet, das sei nur die halbe Wahrheit über das Schicksal der Menschheit und alles andere nur eine grosse Lüge. Allein schon das Erscheinen der Frau stellt das Weltbild des jungen Mädchens vollkommen infrage. Kann es vielleicht sein, dass „Tochters“ bisher einzige Vertrauensperson es gar nicht so gut mit ihr meint, wie bisher angenommen? Für sie scheint jedenfalls die Zeit gekommen, sich ihrer „Mutter“ zu stellen und so ihre wahre Bestimmung herauszufinden.

Am Tag nach der Auslöschung der Menschheit lässt ein einsamer Android (Stimme im Original: Rose Byrne) in einem von der Aussenwelt abgeschlossenen Forschungsbunker einen der zahlreichen dort aufbewahrten Embryonen zu einem menschlichen Baby heranreifen. Jahre später kümmert sich der einfach nur „Mutter“ genannte Roboter noch immer fürsorglich um die inzwischen zur Teenagerin gereifte „Tochter“ (Clara Rugaard). Das Mädchen lernt Ballett, Origami und Ethik. So will die Künstliche Intelligenz testen, ob sie inzwischen als Mutter geeignet genug ist, um auch die anderen Embryonen zu guten Menschen zu erziehen. Aber dann steht plötzlich eine verletzte Frau (Hilary Swank) vor der Tür – und bringt das Vertrauensverhältnis und Machtgefüge in der Anlage allein mit ihrer Ankunft gehörig durcheinander.

Ähnlich wie Alex Garlands „Ex Machina“, der am Ende zwar hochverdient, aber dennoch völlig überraschend mit dem Oscar für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet wurde, begeistert auch „I Am Mother“ ohne Blockbuster-Budget mit einem wirklich beeindruckenden Roboter-Design: Die Kombination aus Luke Hawkers mechanisch-präziser Motion-Capture-Performance, Rose Byrnes jederzeit ruhig-liebevoller Stimme und der gewohnt-grandiosen Animationsarbeit von Weta Digital („Der Herr der Ringe“, „Avatar“, „Planet der Affen“-Trilogie) lassen „Mutter“ im selben Moment fürsorglich und verstörend erscheinen. Eine herausfordernde Ambivalenz, die vom Skript und seinen zahlreichen Wendungen nur noch immer weiter befeuert wird. Das gilt auch für das kaum weniger zwiespältige Ende, dessen Uneindeutigkeit – zumindest einer Reihe von Nutzerkommentaren im Netz nach zu urteilen – vielen Zuschauern doch arg vor den Kopf zu stossen scheint.

„I Am Mother“ ist so sehr angefüllt mit kleineren und grösseren Twists, dass es sich der Film sogar erlauben kann, eine der zentralen Wendungen gleich in den ersten paar Minuten geradeheraus zu spoilern (wenn auch nur für diejenigen Zuschauer, die nicht ganz schlecht im Kopfrechnen sind). Das anziehende Tempo der Wendungen führt allerdings auch dazu, dass viele der ethischen und philosophischen Fragen (es hat schon seinen Grund, dass es in der einzigen Unterrichtsstunde von „Tochter“, die wir als Zuschauer miterleben, um eine Variante des klassischen Trolley-Problems geht) nur angerissen statt tatsächlich zu Ende erforscht werden. Statt der Frage „Was bedeutet das eigentlich?“ steht dann doch meist die Frage „Was geschieht als nächstes?“ im Vordergrund. Aber wie schon angedeutet: Auch das Ende ist so ambivalent, dass man nach dem Abspann sowieso fast zwangsläufig noch weiter über den Film und seine Themen nachdenkt.

Fazit: Ein Geheimtipp für Fans von cleverer, spannender und dabei auch ethisch herausfordernder Sci-Fi-Kost.

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Why don't you just die!

Komödie

Russland 2018 Rus/d 100min

 

Andrei, Polizist und der schlechte Vater der Welt, versammelt in seiner Wohnung eine furchtbare Gruppe von Menschen: seine missgünstige Schauspieler-Tochter, einen wütenden Verbrecher und einen betrogenen Cop. Und jeder der vier hat einen Grund, Rache an den anderen nehmen zu wollen.

Mit einem Lächeln steht Matvey (Aleksandr Kuznetsov) vor der Wohnungstür. Mit einem Lächeln und einem Hammer. Reparieren will er damit nichts. Im Gegenteil: Sein Ziel ist es, Andrey (Vitaliy Khaev) zu töten, der dort wohnt, schliesslich hat dessen Tochter Olya (Evgeniya Kregzhde) ihn darum gebeten. Und was macht man nicht alles aus Liebe? Die Sache hat nur einen Haken: Andrey ist Polizist und deshalb kein ganz leichtes Opfer. Was als harmloses Kaffeeplausch beginnt, wird so schnell zu einem Kampf um Leben und Tod, der immer grössere Kreise zieht.

Ah, und schon wieder ein Film, der uns aufzeigt, wie furchtbar das Leben in Russland sein muss. Davon hat es in den letzten Jahren eine ganze Menge gegeben, von Loveless über Arrhythmia bis zu Ayka. Sie alle zeigten eine Gesellschaft auf, in der jeder nur noch an sich denkt, Gesetze weniger zählen als Geld, Menschlichkeit eher ein Manko als eine Tugend ist. Grundsätzlich ist das in Why Don’t You Just Die! ganz ähnlich: Je länger der Film andauert, umso mehr Abgründe werden hier offenbart. Der grosse Unterschied ist jedoch, dass Regisseur und Drehbuchautor Kirill Sokolov die Sache mit viel Humor nimmt.

Vergleiche mit Kollegen wie obiger Werke wird der Filmemacher daher wohl eher weniger mitnehmen. Manch einer wird wohl eher den mit Quentin Tarantino und dessen diversen Copycats bemühen. Gemeinsam ist ihnen nicht nur der Sinn für schwarzen Humor und coole Typen. Auch der Hang zur übertriebenen Gewalt rückt Why Don’t You Just Die! in eine ähnliche Richtung. Wobei es Sokolov hier durchaus noch ein wenig absurder mag als der berühmte Hollywood-Regisseur. Wenn Matvey und Andrey einen Kampf auf Leben und Tod starten, dann sieht das eher nach einer Folge von Tom und Jerry aus. Oder auch Itchy & Scratchy, wenn man sich selbst mit einem robusteren Magen des Öfteren lieber die Augen zuhält angesichts der diversen Grausamkeiten.

Mit genüsslichem Torture Porn à la Saw hat das jedoch weniger zu tun. Vielmehr ist Why Don’t You Just Die! im Grunde ein Duell, das auf anderthalb Stunden ausgedehnt ist, ähnlich wie in Free Fire, ein ebenfalls mit Humor angereicherter Thriller, der aus einem einzigen wendungsreichen Endkampf besteht. Hier ist es jedoch keine Lagerhalle, die zum Schauplatz wird. An deren Stelle rückt die recht kleine Wohnung des Polizisten Andrey, die wir so gut wie nie verlassen. Mehr noch, das Hauptgeschehen beschränkt sich auf das Wohnzimmer, mit kleinen Schwenkern zum anschliessenden Bad.

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I think we're alone now

Sci-Fi

USA 2018 E/d 93min

Del (Peter Dinklage) glaubt, er sei der einzige Überlebende der Apokalypse. Seine Zeit vertreibt er sich damit, all die Leichen in seiner Kleinstadt Haus für Haus zu begraben. Ausserdem legt er grossen Wert darauf, die Stadtbibliothek wieder zu vervollständigen – und so sammelt er all die Bücher wieder ein, die sich die Leute noch vor dem Jüngsten Gericht ausgeliehen und somit nie wieder zurückgebracht haben. Dels Alltag ist von Ruhe und Routine geprägt, was ihm eigentlich auch sehr gut so gefällt. Aber dann wird sein Einsiedlerleben gehörig auf den Kopf gestellt, als eines Tages plötzlich die junge Grace (Elle Fanning) auftaucht. Offenbar ist Del doch nicht der letzte Mensch auf Erden. Aber woher kommt die geheimnisvolle Frau überhaupt? Und was will sie ausgerechnet von ihm?

Alleinsein heisst nicht automatisch, einsam zu sein. Eine nicht ganz neue Erkenntnis, die Mike Makowsky in seinem Skript zum Endzeit-Drama „I Think We’re Alone Now“ aber auf interessante Weise neu durchdekliniert. Denn obwohl der Protagonist nach einem nicht weiter ausgeführten apokalyptischen Vorfall ganz allein ist, fühlt er sich nicht einsam, sondern erfüllter als je zuvor. Vorher hatte er das Gefühl, in der Masse unterzugehen und nicht dazuzugehören. Nun ist sein Platz ganz klar, als einziger verbliebener Bewohner einer leergefegten Kleinstadt. Eine vielversprechende Prämisse.

Die in Endzeitwerken häufig zum Einsatz kommenden weiten Panoramaansichten auf eine verlassene, zerstörte Welt sucht man hier grösstenteils vergebens. Stattdessen sind wir meist ganz nah dran, wenn es sich der zynisch gewordene Del in seiner Einsamkeit bequem einrichtet. Del hat offenbar endlich seinen Platz gefunden – und zwar ausgerechnet in einer postapokalyptischen Welt. Die Ursache der Katastrophe spielt da gar keine Rolle und wird deshalb auch nicht weiter ausgeführt. Trotz des ungewöhnlichen erzählerischen Ansatzes ist es am Ende aber gar nicht mal das Skript, das den grössten Teil zum Gelingen des Films beiträgt. Vielmehr hat Morano auf dem Sundance Festival 2018 nicht von ungefähr für „I Think We`re Alone Now“ den Regiepreis gewonnen. Ihre langjährige Erfahrung als Kamerafrau sowie ihr Gespür für Bildkomposition und Lichtsetzung werten jede Einstellung des Films massgeblich auf. Die 41-Jährige versteht, wie sie die Verlassenheit ihrer Protagonisten visuell herausstellt. Die überlegt gewählten Bilder, die Del und Grace fast immer nur allein und ganz selten gemeinsam zeigen, sind je nach angepeilter Emotion per Hand, mit einer stoisch ruhigen Kamerafahrt oder gleich ganz statisch gefilmt.

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