Piercing

Piercing

Thriller

USA 2018 E/d 82min

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Ein Mann (Christopher Abbott) verabschiedet sich mit einem Kuss von seiner Ehefrau und dem neugeborenen Baby, nur um kurz danach in einem Hotelzimmer einzuchecken und eine Prostituierte auf sein Zimmer zu bestellen. Er will die ahnungslose Frau umbringen, um seinem Drang zu töten, nachzugeben. Er hat alles genau geplant und vorher geprobt und weiss daher, wie es ablaufen soll. Doch als das verführerische und mysteriöse Callgirl Jackie (Mia Wasikowska) den Raum betritt, vereitelt sie sein Vorhaben. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, denn Jackie steht dem Mörder in nichts nach.

Selbst wenn Reed sein eigenes Baby in den Händen hält, schwillt in ihm das Verlangen an, einfach zuzustechen. Um sich Erleichterung zu verschaffen, will er einen Businesstrip nach New York nutzen, um dort eine Prostituierte mit einem Eispickel zu ermorden. In seinem Hotelzimmer plant er vorab alles minutiös durch. Er probiert sogar verschiedene Mengen Chloroform an sich selbst aus, um genau bestimmen zu können, wie lange sein Opfer ausgeknockt sein wird. Aber als das Call Girl Jackie dann tatsächlich an die Tür klopft, läuft alles ganz anders als geplant. Denn die junge Frau, die sich erst einmal eine ganze Zeit lang im Badezimmer einsperrt, ist mindestens genauso abgefuckt wie ihr potentieller Killer.

Das Geräusch der sich durch Knochen schneidenden Klaviersaite lässt einen auch 20 Jahre nach Takashi Miikes „Audition“ einfach nicht los. Die Geschichte der jungen, unschuldig aussehenden Schauspielerin Asami (Eihi Shiina), die sich im Verlauf des Films als geisteskranke Serienkillerin entpuppt, ist zugleich ein abgefuckter Höllentrip und doch auch auf eine abgründige Weise sehr berührend. Dass Nicolas Pesce „abgefuckt“ ebenfalls perfekt beherrscht, hat der New Yorker Drehbuchautor und Regisseur bereits mit seinem Schwarz-Weiss-Debüt „The Eyes Of My Mother“ bewiesen. Darin kommt eine junge Frau durch den Killer ihrer Mutter, der seit vielen Jahren in der Scheune eingesperrt vor sich hinvegetiert, selbst auf den Geschmack am (Serien-)Morden. Dass sich Pesce nun für seinen zweiten Film „Piercing“ den gleichnamigen Roman von „Audition“-Autor Ryû Murakami vorgeknöpft hat, erscheint da also nur passend und logisch.

 

Fazit: „Piercing“ ist zugleich stylischer Fetisch-Thriller und eine der wohl abgefucktesten romantischen Komödien aller Zeiten.

filmstarts.de