Keepers

Keepers (The Vanishing)

Thriller

Grossbritanien 2018 E/d 111min

Auf einer verlassenen Insel vor der schottischen Küste treten Griesgram Thomas (Peter Mullan), Familienvater James (Gerard Butler) und Grünspan Donald (Connor Swindells) ihre sechs Wochen dauernde Schicht als Leuchtturmwärter an. Doch die übliche Routine wird durchbrochen, als sie in der Bucht den vermeintlich leblosen Körper eines Seemanns (Gary Lewis) finden, der einen Goldschatz bei sich trägt. Als die Männer diesen an sich nehmen wollen, erhebt sich der Totgeglaubte plötzlich und wird im darauffolgenden Gerangel von Donald in Notwehr erschlagen. Unter den drei Leuchtturmwärtern bricht mit der Zeit ein Streit um die Kiste aus, die Gier verdrängt sämtliche Loyalitäten und führt die ehrlichen Männer nach und nach auf einen Pfad der Zerstörung. Dann legt ein Schiff an, dessen Kapitän Locke (Søren Malling) sein Crew-Mitglied Kenny und eine Kiste voller Gold vermisst.

Die Klangkulisse wird vom Kreischen der Möwen, dem Rauschen des Windes und dem Peitschen der Wellen an die Klippen dominiert, während die zurückhaltend-düstere Filmmusik von Benjamin Wallfisch, der unter anderem auch schon Stücke für „Batman v Superman: Dawn Of Justice“ komponierte, nur sporadisch zum Einsatz kommt. Dabei liebäugelt „Keepers – Die Leuchtturmwärter“ zwar immer wieder mit dem Übernatürlichen, wenn etwa plötzlich eine ganze Schar toter Möwen das Leuchtturmgelände säumt. Doch trotz dieses deutlichen Mystery-Einschlags verfällt der Thriller nie der Verlockung von übernatürlichem Hokuspokus – was sich durchaus positiv auf die starke unheilvolle Atmosphäre auswirkt. Zum erkennbar realistischen Anspruch passt auch der Dreh vor Ort, genauer gesagt in vier verschiedenen Leuchttürmen in Schottland, der historische Inneneinrichtung jede Menge authentisches Zeitkolorit versprüht.

 

Die sieben Flannan-Inseln mit einer Gesamtgrösse von gerade einmal 59 Hektar im äussersten Nordwesten von Schottland sind unbewohnt. Umso mehr sorgte ein merkwürdiger Vorfall auf dem Winzig-Eiland Eilean Mòr für Aufsehen, der bis heute nicht aufgeklärt werden konnte: Als am 26. Dezember des Jahres 1900 ein Versorgungsschiff neue Vorräte für die drei Leuchtturmwärter Thomas Marshall, James Ducat und Donald MacArthur brachte, fand die Crew den Leuchtturm und die gesamte Insel verlassen vor. Das Licht des Leuchtturms war bereits seit mehreren Tagen nicht mehr eingeschaltet worden, die Uhren standen still, ein Stuhl in der Küche war umgeworfen und zwei der drei wetterfesten Öljacken fehlten. Vieles deutete also auf einen überhasteten Aufbruch der drei Männer hin, von denen bis heute jede Spur fehlt. Der letzte Logbucheintrag datierte vom 15. Dezember und gibt ebenfalls Rätsel auf. Darin hiess es knapp: „Sturm ist vorüber, die See ist ruhig. Gott wacht über allem.“

Fazit: Ein spannender und atmosphärischer Thriller.

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