Jupiter's Moon

Drama

Ungarn / Deutschland 2017 OV/df 123min

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Der syrische Flüchtling Aryan Dashni (Zsombor Jéger) wird vor den Augen seines Vaters (David Yengibarian) an der ungarischen Grenze vom moralisch korrupten Polizisten Laszlo (György Cserhalmi) mit drei Schüssen in die Brust erledigt. Statt zu sterben, entwickelt der junge Mann übersinnliche Fähigkeiten. Im Lazarett eines Flüchtlingscamps erwacht er mit der neugewonnenen Fähigkeit zu schweben. Das Wunder bleibt nicht lange unbemerkt: Sein behandelnder Arzt, der Pleitegeier Dr. Gabor Stern (Merab Ninidze) wittert in Aryans Kräften das grosse Geld und beschliesst, ihn für seine Zwecke auszunutzen. Derweil macht Laszlo, der Angst hat, Aryan könnte ihn wegen dem unrechtmässigen Schusswaffeneinsatz verpetzen, Jagd auf den Wiederauferstandenen.

 

Die Flüchtlingskrise hält seit 2015 ganz Europa und weitere Teile der Welt in Atem - sie bringt alteingesessene Ideologien ins Wanken und spült Populisten in die Parlamente (oder gleich an die Regierung). Ungarn spielt in dieser Notsituation, in der Millionen Menschen vor allem aus Syrien dem Terror entfliehen, gerade keine sonderlich rühmliche Rolle: Forciert oder zumindest gedeckt von der populistischen Regierung Viktor Orbans heisst die Maxime Abschottung. Grenzen werden geschlossen und mitunter machen die Grenzschützer sogar regelrecht Jagd auf die Flüchtlinge. Mitten in dieses angespannte gesellschaftliche Klima knallt „Underdog“-Regisseur Kornél Mundruczo nun einen vogelwilden Genrefilm: Sein übernatürlicher Fantasy-Thriller „Jupiter’s Moon“ um einen schwebenden Flüchtling ist ein unerbittlich-anklagender Kommentar zur gegenwärtigen Situation im politisch verkommenen Ungarn, wo Unbarmherzigkeit, Korruption und Selbstsucht die Gesellschaft dominieren. Die Botschaft des Films ist trotz der reisserischen Inszenierung (mit einem krachenden Shootout über mehrere Hotelstockwerke hinweg) klar: Wenn wir nicht bald die Menschlichkeit nach Europa (so heisst übrigens auch der einzige Jupitermond mit gefrorenem Wasser) zurückbringen, dann Gnade uns Gott!

Der junge Syrer Aryan Dashni (Zsombor Jéger) flieht mit seinem Vater Muraad (David Yengibarian) über die serbische Grenze nach Ungarn, wo bereits ein staatliches Begrüssungskommando auf die unerwünschten Ankömmlinge wartet. Auf der Flucht wird Aryan von dem Polizisten Laszlo (György Cserhalmi) gestellt und mit drei Schüssen in den Oberkörper niedergestreckt. Eigentlich müsste Aryan mausetot sein, doch stattdessen steigt er plötzlich in die Luft, wirbelt wild herum und stürzt durch eine Baumkrone, bevor er schliesslich in der Krankenabteilung des Flüchtlingscamps wieder zu sich kommt. Dort behandelt ihn Dr. Gabor Stern (Merab Ninidze), der die wundersamen Fähigkeiten Aryans fortan für seine ganz eigenen Zwecke ausnutzen will: Der verschuldete Stern kennt nämlich eine Menge ebenso reicher wie religiöser Patienten, die er mit so einer kleinen Schwebeeinlage bestimmt leicht ausnehmen könnte. Polizist Laszlo macht derweil Jagd auf Aryan, um seinen offensichtlich ungerechtfertigten Schusswaffeneinsatz gegen einen Wehrlosen unter den Teppich zu kehren.

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