El Bar

El Bar

Komödie / Thriller

Spanien / Argentinien 2017 Sp/d 102min

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Es scheint ein ganz normaler Tag in der spanischen Hauptstadt Madrid zu sein. Menschen gehen auf den Strassen ganz gewöhnlich ihren Dingen nach wie zum Beispiel Elena (Blanca Suárez), die mit ihrem Handy verwachsen zu sein scheint. Doch wie aus dem Nichts fällt ein Schuss und ein unschuldiger Passant fällt tot zu Boden. Vor Schreck flüchtet Elena in eine Bar und muss gemeinsam mit anderen ängstlichen Leuten beobachten, wie auch eine zweite Person dem unsichtbaren Schützen zum Opfer fällt. Einen Fuss vor die Tür der Bar setzen kann also niemand mehr, die Gruppe Menschen sitzt ausweglos und ohne Handyempfang in der Patsche. Und in einer solchen Stresssituation dauert es auch nicht lange, bis sich die Gemüter weiter erhitzen und man anfängt, sich gegenseitig Anschuldigungen zu machen. Wenig später gibt es die erste Leiche zu beklagen – und mit der hat der Schütze ausserhalb der Bar dann nichts mehr zu tun.

Alles fängt an mit einer langen Plansequenz, in der Elena (Blanca Suárez) auf dem Weg zu einem Blind Date am Telefon mit einer Freundin spricht. Dabei verlässt die Kamera die junge Frau immer wieder kurzzeitig, um stattdessen anderen Personen wie etwa dem Obdachlosen Israel (Jaime Ordóñez) zu folgen. Den trifft Elena auch kurze Zeit später wieder, als sie eine Bar betritt, um dort ihr Handy aufzuladen. Als der Kellner Satur (Secun de la Rosa) noch nach einem passenden Kabel sucht, wird ein Mann unmittelbar vor dem Lokal mit einem Kopfschuss niedergestreckt, kurz darauf ein weiterer. Aber es wird noch merkwürdiger: Wenige Minuten später sind beide Leichname mitsamt der Blutlache verschwunden, zudem ist die gerade noch belebte Strasse plötzlich menschenleer. Die acht verbliebenen Barbesucher stellen sofort die wildesten Spekulationen an, während die Stimmung immer aggressiver wird - zumindest bis aus dem Klo mit einem Mal merkwürdige Geräusche zu vernehmen sind.

Läuft da draussen ein durchgeknallter Schütze Amok? Oder schaltet die Regierung jeden aus, der die Bar verlässt, weil einer unten ihnen ein gesuchter Verbrecher ist? Oder sind da gar Aliens am Werk? Im ersten Drittel von „The Bar“ spekulieren nicht nur die – sehr, sehr schnell und sehr, sehr viel sprechenden - Protagonisten, sondern auch die Zuschauer, was zur Hölle da eigentlich vor sich geht. In diesen Momenten geht das räumlich eng begrenzte Konzept des spanischen Regie-Tausendsassas Álex de la Iglesia („Mad Circus“, „800 Bullets“) noch auf: Die Figuren werden nach und nach gegeneinander ausgespielt - das Mysteriöse der Situation wird genüsslich ausgekostet, ein paar komische Momente werden eingestreut und an den passenden Stellen wird das Geschehen auch mal für einen unaufgeregten Dialog kurzzeitig entschleunigt. Aber nach rund einer halben Stunde ist es mit dem Ausgangskonzept vorbei: Die Barbesucher haben sich auf eine Variante geeinigt – und versuchen fortan nur noch, ihre Haut zu retten.

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