Super Dark Times

Super Dark Times

Drama / Thriller

USA 2017 E/d 102min

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Zach (Owen Campbell) und Josh (Charlie Tahan) sind beste Kumpels, die in den 90er Jahren in einem idyllischen, aber auch recht ereignislosen New Yorker Vorort aufwachsen. Die beiden sind unzertrennlich und fristen ihr Dasein hauptsächlich damit, mit BMX-Rädern durch die Gegend zu gondeln, Videospiele zu spielen und ihre Klassenkameradin Allison (Elizabeth Cappuccino) anzuschmachten. Als sie eines Nachmittags mal wieder auf der Suche nach Zerstreuung sind, ziehen sie gemeinsam mit ihren Mitschülern Daryl (Max Talisman) und Charlie (Sawyer Barth) und dem Samuraischwert von Joshs älterem Bruder im Gepäck in den Wald, um dort Milchkartons zu durchtrennen. Doch kommt es dabei zu einem tragischen Unfall, nach dem die Freundschaft zwischen Josh und Zach plötzlich nicht mehr das ist, was sie einmal war.

In einer namenlosen Stadt im Hudson Valley, Mitte der 1990er Jahre: Die Teenager Zach (Owen Campbell, „The Americans“) und Josh (Charlie Tahan, „I Am Legend“) sind beste Freunde und hängen nach der Schule häufig noch gemeinsam rum, spielen Videospiele, schauen verschlüsselte Pornos oder quatschen über Mädchen. Manchmal sind auch die übergewichtige Nervensäge Daryl (Max Talisman) und der vernünftige Charlie (Sawyer Barth) dabei. Eines Nachmittags zeigt Josh den anderen drei Jungs das Samuraischwert seines älteren Bruders, der zu den Marines gegangen ist. Sie nehmen die scharfe Waffe mit in den Wald und durchtrennen mit ihr Milchkartons, doch dann kommt es zu einem fatalen Zwischenfall. Die Freunde beseitigen die Spuren, verstecken das Schwert und vereinbaren Stillschweigen. Während Josh sich in seinem Zimmer verschanzt und mehrere Tage nicht zur Schule kommt, weiss Zach nicht, was er tun soll. Für zusätzliche Verwirrung sorgt ihre Klassenkameradin Allison (Elizabeth Cappuccino, „Marvel’s Jessica Jones“), für die beide Freunde eine Schwäche haben.

Nach der verstörenden Eröffnung nehmen sich die Filmemacher um Regisseur Kevin Phillips erst mal die nötige Zeit, um die jugendlichen Protagonisten einzuführen. Wir lernen Zach und Josh als typische, in ihrer Mischung aus tastender Grossspurigkeit und schlecht versteckter Unbeholfenheit absolut echt wirkende Teenager kennen, die von sexuellen Abenteuern fantasieren, sich bei Gesprächen über Comichelden aber viel wohler zu fühlen scheinen. Besonders schön ist der Leerlauf an den im Grunde ereignislosen Nachmittagen nach der Schule eingefangen, wenn die drohende Langeweile die Jungs zu stupidem Parkplatzgeplänkel, ekligen Essenswetten mit getrocknetem Tintenfisch oder zu gefährlichen Spielereien verleitet. Dabei steht das ständige Fluchen und Raufen in der Vierergruppe, bei dem sich der etwas grob angelegte Aussenseiter Daryl unrühmlich hervortut, in vielsagendem Kontrast zur Schüchternheit Zachs in den Szenen mit seinem Schwarm Allison. Die beste von ihnen: Wenn das Mädchen nach dem tragischen Unfall, von dem es nichts ahnt, zu ihm nach Hause kommt und ihm seine Zuneigung zeigt, dann wird die herzklopfende Romantik dieses von ihm lang herbeigesehnten Moments von grausamem Ernst und lähmender Überforderung überlagert. Bis er seiner Traurigkeit an ihrer Schulter freien Lauf lässt und sie ihn wortlos in den Arm nimmt.

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