Come to Daddy

Come to Daddy-1
Kategorie
Thriller
Datum
Montag, 3. August 20:30 - 22:00
Preise
Fr-So 14.- Mo 12.-

Norval Greenwood (Elijah Wood) hat ein schwieriges Leben. Derzeit lebt der junge Mann mit seiner Mutter zusammen, doch dann reisst ihn ein Brief seines entfremdeten Vaters Gordon (Stephen McHattie) aus dem gewohnten Umfeld. Dreissig Jahre lang hat er ihn nicht gesehen und nun liegt ihm eine Einladung des Papas vor: Norval soll ihn besuchen kommen. Tatsächlich macht sich der Sohn, der seine Alkoholkrankheit gerade erst in den Griff bekommen hat, mit dem Bus auf den Weg. Doch in der abgelegenen Hütte seines Vaters angekommen, wird er von dem alten Mann nicht erkannt. Irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen. Dabei trat Norval seine Reise in der Hoffnung an, seinem Vater wieder näherzukommen. Der Sohn versucht ihn zu beeindrucken – und ein albtraumhaftes Machtspiel nimmt seinen Lauf.

„Come To Daddy“ ist einer dieser Filme, bei denen man aufpassen sollte, möglichst niemandem im Vorfeld den Spass zu verderben. Schliesslich nimmt Ant Timpsons Familiengeschichte der etwas anderen Art im Verlauf so einige unerwartete Wendungen. Zu Beginn fährt der Hipster Norval (Elijah Wood) in eine abgelegene Küstenstadt, um seinen Vater (Stephen McHattie) zu besuchen, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Nur über Briefe hatten die beiden noch Kontakt, die Stimmung ist ab der ersten Begegnung frostig. Norval, ein erfolgloser und unbeholfener DJ, versucht krampfhaft, seinen Vater zu beeindrucken. Dafür muss sogar Elton John herhalten, der ihn angeblich entdeckt haben soll. Doch der alte Mann bleibt kaltherzig und weiss bereits, wie er den Prahlereien seines Sohnes begegnen muss. Schon bald geraten die beiden ordentlich aneinander. Es kommt zu Beleidigungen und schliesslich zur gewaltsamen Eskalation.

Wer jetzt glaubt, dass er damit eh schon wisse, worauf diese Auseinandersetzung wohl hinausläuft, der täuscht sich bestimmt. Denn zu diesem Zeitpunkt ist gerade einmal das erste Viertel des Films vorbei. Wie sich die Situation zu Beginn hochschaukelt, ist bereits sehr stark geschrieben und inszeniert. Ant Timpson lässt sein Publikum schnell wissen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und zieht die Spannungsschraube so gekonnt immer weiter an. Norvals Smartphone lässt sein Vater „aus Versehen“ bei einem Selfie ins Wasser fallen und wenn der grimmige Mann mit dem Küchenbeil das Abendessen zubereitet, dann ahnt der genreaffine Zuschauer bereits, dass im weiteren Verlauf sicherlich noch das eine oder andere Küchenutensil zweckentfremdet werden wird.

Mit Stephen McHattie („Watchmen“, „Pontypool“) hat man dazu einen gestandenen Schauspieler für die Rolle des Vaters gefunden, der hier ein richtig schön fieses Ekelpaket abgibt. Aber auch Elijah Wood als dessen Sprössling zeigt eine überzeugende Leistung. Seine Rolle ist zwar die meiste Zeit eher zurückhaltend angelegt, aber Wood schafft es auch mit kleinen Blicken und Gesten, den inneren Zwiespalt seiner Figur zwischen Machtdemonstration, Tollpatschigkeit und der Sehnsucht nach der Zuneigung seines Vaters überzeugend darzustellen. Wie diese Sehnsucht zerstört wird, wie sich die beiden Männer in dem ersten Akt des Films gegenseitig täuschen und fertig machen, ist eine zutiefst sarkastische Komödie - zumindest bis es zur ersten schockierenden Wendung kommt.

Fazit: So viel Schadenfreude konnte man bei einem Thriller lange nicht mehr erleben! Ant Timpsons Regiedebüt ist ein kleines, doppelbödiges Genre-Highlight.

filmstarts.de

 
 

Alle Daten

  • Von Freitag, 31. Juli 20:30 bis Montag, 10. August 22:00
    Montag, Freitag, Samstag & Sonntag

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